Für Flächen- und Volumenberechnungen von Gebäuden gibt es in der Schweiz die Norm SIA 416, die eingehalten werden können und den Prozess vereinfachen. Im heutigen Blog mache ich eine kurze Schulung über die SIA 416. Nach diesem Beitrag kennst du die wichtigsten Fakten und kannst eine Berechnung für dich selbstständig korrekt durchführen. Diese Norm gibt uns die Möglichkeit, in der ganzen Schweiz die gleichen Flächen nutzen zu können. Der Vorteil ist, damit können wir die Kosten, die Baukosten und die Aufwendungen gleich abschätzen und im Verhältnis zur Fläche setzen. Auch die Erträge, d.h. alles, was wir extern vermieten oder verkaufen, können wir in einer Wirtschaftlichkeitsberechnung gegenüberstellen und es gibt einen Standard, um das anzupassen.
Einführung zur SIA 416
Der schweizerische Ingenieur- und Architektenverein, kurz SIA, gibt Normen heraus. Diese Normen sind nicht obligatorisch, d.h. sie sind nicht per se rechtsverbindlich. Die Rechtsprechung ist so, dass wir nach den Regeln der Baukunst bauen müssen, nach der Aktualität und nach dem aktuellen Auftraggeber. Wenn man aber vor Gericht geht oder irgendwo ein Gutachten einholt, ist es das Naheliegendste, in der aktuellen Situation und im aktuellen Umfeld die SIA Norm zur Seite zu ziehen. Hast du Obligationen oder OR-Verträge, kannst du das bewusst ausklammern oder gar nicht erwähnen. Aber in der Regel oder über 80% der Bauten, die wir machen, sind nach SIA Normen und daher ist es natürlich naheliegend, dieses Normenwerk zu verwenden. Für Volumen- und Flächenberechnungen ist speziell die SIA416 gültig. Diese hat das Ziel und den Zweck, eine Vergleichbarkeit zu gewährleisten, damit die gleichen Flächen in der selben Konsistenz identisch bezeichnet werden und damit natürlich auch für statistische Daten und Nachkalkulationen, sowie auch für die tägliche Arbeit verwendet werden können. Die SIA ist ein Instrument, das jeder Bauherr oder Immobilieninvestor verstehen muss.
Anwendungsbereich der SIA 416
Wichtig zu verstehen ist der erste Schritt, denn es gibt ein Abgrenzungsthema der SIA 416. Diese Norm ist dazu da, Flächen- und Volumennachweise zu erstellen, sprich Grundlagen zu schaffen, dass man diese Nachweise so erstellen kann. Zusätzlich bietet es die Möglichkeit, Variantenvergleiche zu machen. Welche Themen, Vorschläge, Aufträge, Nachträge oder auch welche Varianten von Bauprojekten, Machbarkeitsstudien etc. sind besser und so bekommt man eine Abwägung in der Flächeneffizienz hin. Ausserdem ist die SIA 416 wichtig für Wirtschaftlichkeitsüberlegungen, wie für Wirtschaftlichkeitsberechnungen, für Dokumente zu erstellen oder natürlich für die statistische Erfassung, also Nachkalkulationen erstellen zu können, um relativ einfach die richtigen oder sehr genauen Zahlen bereits in einem frühen Anfangsstadium zu bekommen.
Das ist nicht zu verwechseln mit den ganzen baurechtlichen Themen, wie die Bruttogeschossfläche im Zusammenhang mit einer Ausnützungsziffer oder auch die anrechenbare Geschossfläche, die es in vielen Baureglementen gibt, sowie auch die anrechenbare Grundstücksfläche. Diese sind immer gem. Gemeinde, Kanton oder Stadt definiert und müssen nach deren, in der Regel kantonalen, Auslegung berechnet werden und haben mit der SIA 416 nichts zu tun. Natürlich sind sie analog und ähnlich. Aber man muss verstehen, dass die baurechtlichen Nachweise und Definitionen in den kantonalen Reglementen definiert sind und dass man dort genau nachlesen muss, was zu diesen Flächen gehört und was nicht. Diese Norm ist dazu da, um die Baukosten den Erträgen im Wesentlichen gegenüberzustellen, d.h. natürlich dann auch mit den Mietflächen, Verkaufsflächen etc. Der Anwendungsbereich der SIA 416 sieht man dann in den Plänen, im Raumprogramm, in der Kostenberechnung, natürlich auch in den Entwürfen oder auch Verkaufsunterlagen, Wirtschaftlichkeitsberechnungen etc. Und so haben wir eigentlich die Abgrenzung, die Präzisierung und auch die Anwendung der SIA 416 eingegrenzt, damit du verstehst, was diese Norm leisten kann und was eben nicht.
Gebäudeflächen & -volumen nach SIA 416
Die SIA 416 hat vier verschiedene Strukturbäume, vier Bereiche, wo Flächen und Volumen berechnet werden. Das erste ist die Grundstücksfläche, kurz GSF. Als zweiter Bereich sind die Geschossflächen, abgekürzt GF. Der dritte Punkt sind die Aussengeschossflächen, die AGF und der vierte Punkt, der behandelt wird, sind die Gebäudevolumen, kurz GV. Die Grundstückfläche ist die Betrachtungsweise der Grundstücke, d.h. einzelne, mehrere oder geteilte Parzellen. Allseitige umschlossene und überdeckte Grundrissflächen, welche über die einzelnen Geschosse zugänglich sind, sind die Geschossflächen. Zu den Aussengeschossflächen gehören die Aussenflächen, welche zusätzlich zu den Grundrissflächen, aber ausserhalb des umschlossenen Raumes oder einer überdeckten Fläche genutzt werden. Und das Gebäudevolumen ist, wenn wir von der Zweidimensionalität von den Flächen zu den Volumen gehen. Kurz gesagt, die Gebäudevolumen sind in Kubikmetern definiert und die Flächen in Quadratmetern. Und so unterscheiden wir diese vier verschiedenen Arten der SIA 416 von Gebäudeflächen.






